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Akademie der Wissenschaften zu Gelati
გელათის მეცნიერებათა აკადემია
Gelati Academy of Sciences



Das Kloster von Gelati
გელათის მონასტერი
The Gelati Monastery



J.A. Güldenstädts Bericht über seinen Besuch in Gelati am 13. August 1772
J.A. Güldenstädt's report about his visit to Gelati, August 13, 1772


... das Dorf Gelati und denn das Kloster Gelati.

      Das Kloster steht auf der Kalkfelsenhöhe, der daselbst stellenweise blos oder ohne Erddecke ist. Eine schlechte, 500 Schritte lange Ringmauer umgiebt drey Kreuzkirchen, einen Glockenthurm und drey Wohngebäude. Alle Mauern sind in- und auswendig mit gehauenem grauen Sandstein bekleidet. Die Hauptkirche ist 40 Schritte lang, von welchen die Sakristey 10 einnimmt, und 25 Schritte breit. An der westlichen Haupthüre und an den Thüren beyder Seiten sind große Vorhöfe. Die zweyte Kirche ist halb so groß und die dritte nur eine Kapelle. Der Hauptkirche nördlich sind Mönchszellen und an der Westseite ist eine lange Gallerie, vermuthlich zum Speisen der Mönche1. Die Kuppeln sollen ehedem mit Kupfer bedeckt gewesen seyn, jezo thaten es Bretter. Die innern Wände waren mit vielen Heiligen und georgischen Inschriften bemahlt. Ausser dem hangen auch in der Hauptkirche 8 Bilder. Das erste derselben stellt den Zaar David, Erbauer dieses und mehrerer Klöster vor. In der georgianischen Chronik ist er der 56ste Zar und scheint im eilften Jahrhundert regiert zu haben2. Nebst diesem David hängt Abchasetis Katolicos Evdemon, d.i. Abchasischer Patriarch Evdemon3. Neben diesem hängt Mepe4 oder Zaar Bagras5, neben ihm Helena seine Gemahlin6, hierauf Mepe Georgi7, denn Bagrad8, ein Jüngling und Sohn der neben ihm hangenden Zaarin Rusudan9, die eine Tochter der Zaarin Thamar gewesen. An einem Pfeiler ist auch das Bildniß eines Patriarchen mit der Inschrift: Gmerto tschaiskale d.disa Sagdarisa, Genatisa Metropoliti, dats Abchasetisa, da Kartwelisa didisa Bitschwintisa Katolikosi, Sakana Kwariani, d.i. Zacharias, Metropolit der (dieser) großen Kirche in Genati und Patriarch zur großen Bitschwinta (Kloster in Abchaseti) in Abchaseti und Kartweli (oder ganz Georgien).10 Dieses kann zu Erläuterungen der Geschichte dienen. In einer Nebenkapelle steht ein aus Kalkstein gehauener zur Verreichung des Abendmahls bestimmter Tisch, mit der Inschrift, daß Meze Bagrad (Zaar Pancratius)11 diesen Kommuniontisch geor. Trapezi geschenkt habe. Dieses soll der lezte Zaar über das ganze oder ungetheilte Georgien gewesen sein. In allen diesen Kirchen wird noch Gottesdienst gehalten.

      Dieses Kloster ist der Siz des Patriarchen von Imeretien. Der jezige heißt Joseph und ist der leibliche Bruder des Zaaren Salomon, auch bey ihm in S-chartali. Hier soll die Zaarin Taman12 und verschiedene Zaaren begraben liegen.

      Dem Kloster Genati nahe in S O. steht eine einzelne Kirche auf der größesten Kalkfelsenhöhe, die Sochasteri13 heißt, und auf einigen Karten steht. Bey derselben finden sich nur an gewissen Festen Mönche zur Verrichtung des Gottesdienstes ein.

      Aus dem Kloster Genati und Mzcheta nahm Zaar Wachtang14 die Nachrichten zur georgischen Kronik; jezo sind bey keinem dieser Klöster Archive.



Text nach der Ausgabe / according to the edition:
J.A. Güldenstädt, Reisen durch Rußland und im Caucasischen Gebürge, hrsg.v. P.S. Pallas, [I. Bd.] St. Petersburg 1787, p. 302-303.
mit Korrekturen und Ergänzungen nach der Ausgabe / with corrections and additions according to the edition:
Dr. J.A. Güldenstädt's Reisen nach Georgien und Imerethi. Aus seinen Papieren gänzlich umgearbeitet und verbessert herausgegeben, und mit erklärenden Anmerkungen begleitet von Julius von Klaproth, Berlin 1815, p. 167-168.



Zusätzliche Erläuterungen / Additional notes:
1. Gemeint sein dürfte das Akademiegebäude. [back / zurück]
2. König Davit IV. Aġmašenebeli, i.e. "der Erbauer", reg. 1089-1125. In der Edition Klaproths (1815) wird statt dessen eine andere Identifikation vorgeschlagen: Sohn der Königin Rusudan, der vom Jahre 1241 in Imerethi regierte. [back / zurück]
3. Katholikos Evdemon Čxeṭis-ʒe, 1578 (kroniḳonsa s~yv; cf. Ax.K.Cx. 3, 521,25). [back / zurück]
4. Georg. mepe "König". [back / zurück]
5. Bagraṭ III. von Imeretien, reg. 1510-1565 (wurde gemäß Ax.K.Cx. 3, 502,21 in Gelati begraben). [back / zurück]
6. Gemäß Ax.K.Cx. 3, 493, 22-25 setzten Bagraṭ (III.) und seine Frau Elene im Jahre 1529 (kroniḳonsa s~iz) den Bischof Melkizedek von Genati, "der großen und himmelsgleichen Kathedrale, dem neuen Jerusalem", ein. [back / zurück
7. König Giorgi II. von Imereti, reg. 1565-1586. [back / zurück]
8. 22.5.1578, (kroniḳonsa s~yv, maissa ḳ~b; cf. Ax.K.Cx. 3, 521,26). [back / zurück]
9. Rusudan, geb. Šarvašiʒe, 4.8.1578, (kroniḳonsa s~yv, agvisṭos d~; cf. Ax.K.Cx. 3, 521,27). [back / zurück]
10. In der Ausgabe von Klaproth (1815) wird der Text der Inschrift wie folgt wiedergegeben:

      Gmertho tschaißkale didißa Ssaqdarißa Gelathisa Metropoliti, da Abchasethißa da Kharthwelißa, didißa Bitschwinthißa Katolikosi Ssacharia kwariani, d.i. der gottselige Zacharias, Metropolit der großen Kirche in Gelathi und Patriarch zur großen Bitschwinta (Kloster in Abchasethi) in Abchasethi und Kharthli (oder Georgien).

Eine korrigierte Lesung gibt M.F. Brosset, Rapports sur un voyage archéologique dans la Géorgie et dans l'Arménie exécuté en 1847-1949 sous les auspices du Prince Vorontzof, Lieutenant du Caucase, St.-Pétersbourg 1851: Onzième rapport: Iméreth. - Koutha&itrema;s et ses environs, p. 40:

      უფალო, შეიწყალე დიდისა საყდრისა გენათისა მიტროპოლიტი, და აწ აფხაზეთისა და საქართველოსა დიდისა ბიჭჳნტისა კათალიკოზი ზაქარია ქვარიანი:
      «Seigneur, aie pitié de Zakaria Kwarian, métropolite du grand siège de Génath et maintenant catholicos d'Aphkhazeth et de la grande Bidchwinta.»
      Cette inscription est celle que Guldenstädt avait imparfaitement transcrite dans le t. I, p. 298 de son Voyage, et que j'ai déjà essayé de restituer, dans les Mémoires de l'Acad. t. IV, p. 321, enfin, elle se rapporte au même personnage que la précédente b. Ce Zakaria Kwarian, de qui la famille subsiste encore en Iméreth (v. 11e Rapp. p. 8), fut catholicos entre 1650 et 1658, on ne sait positivement en quelle année.

Als Katholikos von Genati wird Zakaria Kuariani in einer Schenkungsurkunde aus Bič̣vinṭa (i.e. Pizunda) aus dem Jahre 1659 erwähnt; cf. ქრონიკები და მასალა საქართველოს ისტორიისა და მწერლობისა, შეკრებილი, ქრონოლოგიურად დაწყობილი და ახსნილი თ. ჟორდანიას-მიერ, წიგნი მეორე (1213 წლიდამ 1700 წლამდე), ტფილისი 1897, გვ. 475 / Th. Žordania (ed.), Kroniḳebi da masala Sakartvelos isṭoriisa da mc̣erlobisa, vol. 2, Ṭpilisi 1897, p. 475. [back / zurück]
11. Bei Klaproth (1815) daß des Mephe oder Königs Bagrad. [back / zurück]
12. Bei Klaproth (1815) richtig Thamar. [back / zurück]
13. Griech. ἡσυχαστήριον "Einsiedelei". [back / zurück]
14. Bei Klaproth (1815) genauer Aus den Klöstern Gelathi und Mzchetha. -- König Vaxṭang VI., reg. 1711-14 und 1716-24. [back / zurück]



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